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Pflanzensoziologisches Institut

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1. Pfluglose Landwirtschaft

Untersuchungsgegenstand: Beispielbetrieb in Andau, der seit 1995 pfluglos wirtschaftet. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hydraulik und Landeskulturelle Wasserwirtschaft, BOKU Wien, durchgeführt. Die Untersuchungen betreffen vor allem den Humusgehalt, die wasserhaltende Kraft, den organischen und anorganischen Kohlenstoff, die Aggregatstabilität, den Regenwurmbesatz, die Durchwurzelungsintensität und den Verlauf der Wurzeln bis in ihre maximalen Tiefen bei gepflügten und ungepflügten Maiskulturen. In allen Jahren (2007-2012) erreichten die Wurzeln auf der ungepflügten Fläche größere Tiefen. Auch die Wurzelfreilegungen, die während der Österreich Exkursion der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (2013) gezeigt werden konnten, bestätigten diese Ergebnisse.
Auf den gleichen Flächen konnten signifikant höhere Regenwurm-Biomassen so wie eine höhere Aggregatstabilität auf der ungepflügten Variante nachgewiesen werden, (HENTSCHEL H. 2012).
2015 wurde auf diesen Flächen Hirse (Panicum miliaceum) angebaut. Die nächsten Ausgrabungen dort sind für 2017 wieder bei Mais geplant.
Für die Exkursion der Österreichischen Gesellschaft für Wurzelforschung 2015 (siehe Jahrestagung 2015) konnte eine weitere Mais- Wurzelausgrabung auf einer ungepflügten Fläche in Wolnzach (Bayern) erfolgen, allerdings ohne einen Vergleich auf einer gepflügten Fläche. Auch auf dieser Fläche fiel besonders ein gefördertes Tiefenwachstum von zahlreichen Wurzeln bis zu einer Tiefe von 1,40 m auf. Die Ergebnisse dazu sind im Tagungsband enthalten.
Im Allgemeinen nimmt das Interesse für die pfluglose Wirtschaft bzw. für die Direktsaat deutlich zu, da die positiven Wirkungen auf den Erosionsschutz, die Vermeidung von Pflugsohlenverdichtungen, die Verbesserung der wasserhaltenden Kraft von großem allgemeinem Interesse sind. Ebenfalls interessant ist auch die Kosteneinsparung durch die Verminderung der Fahrten. Mit gezielten Fruchtfolgen gelingt es zudem bereits mehrfach die Verunkrautung ohne Herbizidanwendung zu verhindern.


2. Bewurzelung der Heidelbeere (Vaccinium myrtillis) auf Naturstandorten, am Beispiel der Planner Alm

Dieses Projekt erfolgte in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Bohner und DI Renate Mayer von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Irdning und Prof. DI Dr. Johannes Balas von der Abteilung Gartenbau, Department für Nutzpflanzenwissenschaften der BOKU, Wien. Die Untersuchungen dort sollten vor allem Aufschluss über die Wuchsweise, Dicke und Länge der Kriechtriebe sowie der Länge, Dichte, Dicke und Art der Ausbreitung der Bewurzelung nach der Tiefe und der Seite geben.
Mehr Aufschluss über die Bildung und Lebensdauer der beerentragenden grünen Triebe im Vergleich zu den bereits gealterten dunkelbraunen bis fast schwarzen Kriechtrieben soll anhand von markierten bestimmten Abschnitten ermöglicht werden, da es darüber kaum Kenntnisse gibt. So ist es interessant, dass junge Wurzeln sowohl an alten braunen Kriechtrieben als auch an jungen entstehen. Hingegen entstehen an den alten braunen Kriechtrieben keine jungen, grünen beerentragenden Triebe. Diese bilden sich nur an den jungen Kriechtrieben. Als Methode wurde vor allem die trockene Freilegung und die Auswaschung eines ausgestochenen Würfels gewählt. Die Ergebnisse sind in einem Abschlussbericht zusammengefasst.


3. Weitere Aktivitäten

Die Jahrestagung (2015) der österreichischen Gesellschaft für Wurzelforschung (ASRR), fand in in Pfaffenhofen in Bayern als gemeinsame Veranstaltung der Fördergesellschaft für Agrarwissenschaften Halle e.v (Ökophysiologie des Wurzelraumes) und der Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung (GKB) statt. Schwerpunkte waren: Ökophysiologie des Wurzelraumes, Humushaushalt und Bodenmanagement. Auch bei dieser Tagung war es wieder möglich Wurzelfreilegungen im Rahmen der dazugehörenden Exkursion im Gelände zu zeigen.
Auf die Ausgrabungen bei Mais (Zea mays) wurde bereits bei der pfluglosen Landwirtschaft hingewiesen. Auf einem weiteren Standort bot sich ein Vergleich von zwei Pflanzen von Hopfen (Humulus lupulus), die nur 25 m voneinander entfernt, unter sehr ähnlichen Bodenbedingungen wuchsen, sich aber in ihrer Sprossentwicklung stark unterschieden. Allerdings könnte der zwischen den beiden Flächen liegende befestigte Weg eine Art künstliche Hangsohle geschaffen haben.
Trotz des um 2 Jahre höheren Alters der Pflanzen der gleichen Sorte und Herkunft zeigten diese Pflanzen eine deutlich schwächere Sprossentwicklung als die um 2 Jahre jüngeren Pflanzen. Zur Förderung der schwachen Pflanzen wurde eine Tröpfchenbewässerung Installiert, die sich allerdings nicht wachstumsfördernd auswirkte. Die Ausbreitung der Wurzeln erreichte bei der schwach entwickelten Pflanze eine Wurzeltiefe von 1,3 m und eine Seitenausbreitung von 1,60 m. Die gut oberirdisch entwickelte Pflanze erreichte eine Wurzeltiefe von 3,70 m und eine Seitenausbreitung von 3,50 m. Bei der schwach entwickelten Pflanze wiesen die Wurzeln vielfach Absterbeerscheinungen auf. Als Ursache dürfte Staunässe und Sauerstoffmangel eine große Rolle spielen. Bekannt ist, dass Hopfen sehr empfindlich auf Staunässe und Sauerstoffmangel reagiert. Dieser Zusammenhang muss allerdings noch näher untersucht werden. Die Ergebnisse dazu werden in dem Tagungsband der Jahrestagung veröffentlicht.

Im Wurzelschaugarten der Bio-Forschung Austria in Wien können nun auch einige der von uns präparierten Exponate von Wurzelausgrabungen besichtigt werden (Spargel, Asparagus officinalis, Italienisches Raygras, Lolium italicum, und Herbst-Löwenzahn, Taraxacum serotinum). Die Zusammenarbeit mit der Bioforschung Austria bietet vor allem auf dem Gebiet der anatomischen Untersuchungen sowie den Geländearbeiten besondere Möglichkeiten für die praktische Anwendung unter Beachtung der Bewurzelungsweise der verschiedenen Arten. Dr. Wilfried Hartl von der Bio-Forschung Austria führt laufend zahlreiche Grabungen zur Vertiefung der Kenntnisse der Bewurzelung der Arten für Berater, Landwirte, Winzer und andere Interessenten durch.